Das grosse Erwachen bei Friedenspreis für Trump? FIFA-Offizielle schämen sich
Der Entscheid sorgte rund um die Welt für Kopfschütteln: Die FIFA ehrte Donald Trump bei der Gruppenauslosung für die WM 2026, die im Sommer in Kanada, Mexiko und den USA stattfindet, mit dem neu eingeführten Friedenspreis. FIFA-Präsident Gianni Infantino überreichte diesen dem US-Präsidenten, wobei Trump sich die Medaille einfach selbst umhängte.
Die Vergabe des Friedenspreises an Trump sorgte schon damals für Unbehagen innerhalb der FIFA, weil unklar war, nach welchen Kriterien der Auswahlprozess ablief. Mittlerweile würden einige Offizielle des Fussball-Weltverbands aber «tiefe Scham» empfinden, wie der Guardian mit Berufung auf eine hochrangige Quelle innerhalb der FIFA berichtet. Demnach hätten mehrere Offizielle ihr Missfallen zum Ausdruck gebracht.
Hintergrund sind die Angriffe der USA auf Venezuela und das Entführen von Nicolas Maduro, dem Präsidenten des südamerikanischen Staats, und seiner Frau sowie die Drohungen einer Invasion Grönlands.
Angesichts dieser Geschehnisse auf politischer Ebene werde es ein «sehr heikles» und «schwieriges» Unterfangen, die WM in den Vereinigten Staaten vorzubereiten und durchzuführen, wie ein hochrangiger Funktionär berichtete.
Um die «politischen Angelegenheiten» im Zusammenhang mit Trump muss sich voraussichtlich Infantino kümmern. Andere Mitarbeiter der FIFA befürchten nämlich, dass sie andernfalls ihren Ruf beschädigen könnten. «Ich halte mich aus der Politik rund um diese Weltmeisterschaft heraus. Meine Aufgabe betrifft den Fussball auf dem Spielfeld und nichts anderes», sagte eine Quelle gegenüber dem britischen Medium.
Die FIFA verteidigte die Vergabe des Friedenspreises an Trump jedoch auf offiziellem Weg. So erklärte ein Sprecher: «Die FIFA steht voll und ganz hinter ihrem jährlichen Friedenspreis, einer Auszeichnung für aussergewöhnliche Leistungen für Frieden und Einheit.» Zudem wies der Weltverband darauf hin, dass die venezolanische Nobelpreisträgerin Maria Corina Machado ihre Medaille an Trump weitergegeben habe. Die FIFA unterhalte enge Beziehungen zum US-Präsidenten sowie zu den Staatschefs von Kanada und Mexiko, was mit Blick auf die WM zu einer guten Zusammenarbeit geführt habe. (nih)
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